26. Oktober 2014 1. Herren SVL

Die ersten 15 Minuten entwickelte sich ein Spiel, das diesen Namen eigentlich kaum verdient auf einem Fußballplatz, der diesen Namen noch weniger verdient. Lange Bälle, Luftduelle, verloren Zweikämpfe auf beiden Seiten und Fehlpässe prägten die Anfangsphase, bis sich beide Teams auf das Spiel eingestellt hatten. In der Folge übernahm die SpVgg 1899 die Initiative und hatte leichte Vorteile im Ballbesitz, während Lipsia sich aufs Kontern verstand und dies phasenweise durchaus ansprechend gestalteten. Auf beiden Seiten fehlten jedoch die zündenden Ideen, Großchancen gab es keine.

Die erste richtig gelungene Aktion des Spiels führte gleich zur Auswärtsführung durch Tetzner, der den vorm Tor quergelegten Ball nach toller Vorarbeit von Steve Hermann nur noch einschieben musste. Anschließend tat sich spielerisch wenig, aber die Zweikämpfe wurden härter. Lipsia drückte auf den Ausgleich und wurde auch schnell belohnt. Balleroberung, Umschaltspiel und Abschlussstärke – das 1:1 nur sieben Minuten später. Jetzt zeigte das Schiedsrichtergespann Nerven nach kleineren Fehlentscheidungen auf beiden Seiten, die lautstark vom Rand kommentiert wurden. So entglitt ihnen eine unangenehm zu leitende Partie mit zunehmender Spieldauer, was die Gemüter nicht gerade abkühlte. Die erste gelbe gab es dann nach einer halben Stunde für die Hausherren, die nun gleichwertig die Partie bestimmten, aber etwas zielstrebiger wirkten. Erneut ging ein Fehler auf unserer Seite dem 2:1 durch Lipsia voraus, die noch vor der Halbzeit den Spielstand drehten.

In der Halbzeit fand Döhrmann die richtigen Worte und die roten dominierten nach dem Wechsel wieder die Partie. Handelten sich aber auch die erste gelbe Karte ein, denn es ging nach wie vor hitzig zur Sache. Die SpVgg erarbeitete sich dadurch viele aussichtsreiche Standards, Eutritzsch bekam aber immer einen Kopf oder Fuß zuerst an den Ball. Die Einwechselung von Harenburg und Dähne brachte gleich mehr Schwung. Die beiden setzten sofort die Trainervorgaben um und leiteten mit guter Balleroberung (Dähne) und Übersicht (Harenburg) einige Angriffe ein. Besonders in der Schlussphase gab es für uns auch Konterchancen und Freistöße noch und nöcher. Die besten Möglichkeiten hatten Josh mit einem Kopfball ins lange Ecke, der Sperbi quasi vom Kopf gepflückt wurde und Schaffe aus zu spitzem Winkel. Wir blieben insgesamt zu ungefährlich vor dem Tor, da der Gegner gut verteidigte und nun mit dem Sieg auf der ersten Platz vorrückt.

Sicher kam den Gastgebern dabei ihr Gastrecht zugute, auf diesem „Rasen“ muss man sich erstmal zurecht finden. Als Rechtfertigung taugt dies aber wenig, zumal man gegen den jetzt Tabellenersten insgesamt kein schlechtes Spiel ablieferte. Ein Punkt wäre verdient gewesen, dazu fehlt noch die Ruhe und Zielstrebigkeit vor dem Tor.

Aufstellung

V. Puzanov – A. Puzanov, Scheller, Reichenbach – S. Herrmann, Meyer, R. Herrmann, Tetzner, Obermeyer (Harenburg 61.) – Schaffranek, Sperber (Dähne 61.)

Tore

1:0 Tetzner (17.)